Dramatische Szenen spielten sich am Mittwoch kurz vor 9 Uhr im Bereich des Bahnhofs Fügen der Zillertalbahn ab. Ein 76-jähriger Urlauber aus der Steiermark war plötzlich auf einer Bank kollabiert. Seine Frau und ein Passant begannen umgehend mit der Reanimation des 76-Jährigen und schlugen Alarm.
Was keiner wissen und hoffen konnte: Der Alarm ging nur 30 Meter entfernt auf der gegenüberliegenden Straßenseite im Hotel Malerhaus ein. Denn das betreibt die Familie von Bezirksrettungskommandant Andreas Schiestl. Der war an dem Unglückstag zufällig auch noch Einsatzleiter.
„Ich bin sofort hinüber und habe die Reanimation übernommen“, schildert Schiestl. Während sich der 36-Jährige um den Patienten kümmerte, kamen der Notarzt für das vordere Zillertal und der Rettungswagen zum Einsatzort. Gleichzeitig war auch der Notarzthubschrauber Heli 4 aus Kaltenbach im Anflug. Der konnte im angrenzenden Feld direkt neben den Gleisen gut landen.
Zusammen mit dem Notarzt führte Andreas Schiestl die Reanimation fort. „Wir haben den Patienten in ungefähr zehn Minuten erfolgreich wiederbelebt“, freut sich der Fügener. Der Hubschrauber flog den 76-jährigen Steirer in der Folge in die Innsbrucker Klinik.
„In einer solchen Situation zählt jede Minute, ja jede Sekunde. Es handelte sich wirklich um sehr glückliche Umstände, dass ich mich als Einsatzleiter so nahe beim Patienten befand“, sagt der Bezirkskommandant. Eine solche Einsatzsituation habe er bisher noch nie erlebt. „Wir sind im Zillertal sehr gut aufgestellt, aber so ein Fall ist schon die Ausnahme.“
Aus der Innsbrucker Klinik kam am Donnerstag die Nachricht, dass sich der Patient auf der Intensivstation befinde. Nähere Infos zum Zustand des Urlaubers gab es aber nicht.





