Achenseestraße: Grenzüberschreitendes Pilotprojekt mit Verkehrsdosierampel startet

Der (Maut-)Ausweichverkehr über die B 181 Achenseestraße sorgt an den Hauptreisetagen vor allem in der Wintersaison immer wieder für massive Verkehrsprobleme in der Achenseeregion. Bis zu 16.500 Fahrzeuge täglich passieren die Straße an verkehrsintensiven Wochenenden. Um die Belastung der Bevölkerung entlang dieser Route auf ein erträgliches Maß zu reduzieren, die Versorgungssicherheit in den umliegenden Gemeinden zu gewährleisten und Staus sowie lange Wartezeiten nach Möglichkeiten zu reduzieren, hat die Bezirkshauptmannschaft Schwaz in enger Zusammenarbeit mit den Euregio SBM-Partnern, den Landkreisen Bad Tölz-Wolfratshausen und Miesbach, auf Basis der Euregio SBM-Strategie für Verkehr und Mobilität ein Verkehrskonzept erstellt. Neben den bereits etablierten Abfahrverboten wird als Pilotprojekt an den beiden voraussichtlich verkehrsintensiven Samstagen, 10. und 17. Februar, eine Verkehrsdosierampel im Gemeindegebiet von Achenkirch eingesetzt. Die daraus gewonnenen Daten und Erfahrungen werden evaluiert, bevor die Verkehrsdosierampel für zwei weitere Samstage, 23. und 30. März 2024, eingesetzt wird.

Verkehrsdosierampel für fließenden Verkehr
Für die ersten beiden Samstage des Pilotprojekts wird die Verkehrsdosierampel jeweils von 8 bis 19 Uhr in der Ausiedlung im Gemeindegebiet von Achenkirch aufgestellt. Mit der gewählten Position nördlich der Zufahrt zur Ausiedlung (km 26,55) ist die Ampel rund sieben Kilometer von der Staatsgrenze entfernt.

„Mit dem System möchten wir, ähnlich wie bei den vielen weiteren in Tirol eingesetzten Verkehrsdosierampeln, den Verkehr entlang der B 181 Achenseestraße regulieren und damit die Verkehrsflüssigkeit verbessern. Dies kommt nicht nur der lokalen Bevölkerung, sondern auch den Durchfahrenden zugute“, erklärt der Bezirkshauptmann von Schwaz, Michael Brandl.

Konkret wird die Verkehrsdosierampel den Verkehr in Fahrtrichtung Süden gestaffelt anhalten, um einen weitgehend störungsfreien Verkehrsablauf im Achental zu ermöglichen. Je nach Menge der Fahrzeuge, die Richtung Süden unterwegs sind, werden die Grün- bzw. Rotphasen der Ampel angepasst. Kommt es zu einem größer werdenden Rückstau, erfolgt manuell eine Verkürzung der Rotphasen, um mehr Fahrzeuge durchzulassen. Gleichzeitig werden im Rahmen des Pilotprojektes die bereits etablierten Abfahrverbote an der L 7 Jenbacher Straße, der B 169 Zillertalstraße, der B 171 Tiroler Straße sowie der L 294 Brucker Straße weiterhin genutzt.

Für die folgenden Samstage im März wird der Standort der Ampel – je nach Ergebnissen der ersten beiden Termine – angepasst. „Nach Vollendung des Pilotprojektes werden die gesammelten Daten ausgewertet und dienen als faktische Grundlage für künftige und langfristige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation in der Region“, so BH Brandl.

Appell für Durchfahrende: Bequemere und oft schnellere Inntalautobahn nutzen

Das Pilotprojekt sowie weitere Begleitmaßnahmen wurden in enger Abstimmung der Euregio SBM-Partner ausarbeitet. „Die Herausforderungen entlang der B 181 sind grenzüberschreitend – auch Gemeinden in Bayern sind von dem massiven Verkehrsaufkommen betroffen. Gemeinsam appellieren wir daher auch an die Autofahrerinnen und Autofahrer, die aus Deutschland Richtung Tirol fahren: Der massive Verkehr entlang der B 181 Achenseestraße belastet die Bevölkerung und den Verkehrsfluss. Anstatt dieser vermeintlichen Ausweichroute, entlang derer es oft zu stundenlagen Verzögerungen durch Staubildungen kommt, bitten wir, die meist staufreie und damit schnellere Strecke über die Inntalautobahn A 12 via Kufstein zu nutzen. Eine Tagesvignette ist für PKW mit wenigen Klicks online um 8,60 Euro erhältlich“, sind sich BH Brandl und seine bayerischen Amtskollegen, Olaf von Löwis of Menar, Landrat im Landkreis Miesbach und Josef Niedermaier, Landrat des Landkreises Bad Tölz-Wolfratshausen, einig. Diesen Appell finden Verkehrsteilnehmende auch auf einer Hinweistafel an der Autobahnabfahrt in Holzkirchen in Bayern.

Factbox Verkehrsdosierampel Achenseestraße
Wann: Samstag, 10. und 17 Februar sowie 23. und 30. März 2024 (jeweils von 8 bis 19 Uhr)
Wo: Ausiedlung im Gemeindegebiet von Achenkirch (km 26,55, nördlich der Zufahrt zur Ausiedlung); Standort gilt vorerst nur für Termine im Februar

Text: Land Tirol