Junghündin „Ida“ nach Stunden aus Felsspalte gerettet – Stummerberg

Am 29.10.2023 um 12:30 wurde die Bergrettung Kaltenbach vom Besitzer der 5 Monate alten Berner Sennen Hündin Ida angefordert um ein Felsspalte abzusuchen, da Ida innerhalb kurzer Zeit nicht mehr auffindbar war und vermutet wurde, dass der Junghund in diese Felsspalte gefallen sein könnte.

Eine kleine Einsatzmannschaft der Bergrettung Kaltenbach inkl. Suchhund und Hundeführer begaben sich in Richtung Kapaunsalm um die Lage abzuklären.

Die Spalte konnte bis in ca. 5m tiefe eingesehen werden, es wurden aber auch tiefere Stellen bzw. Löcher festgestellt die jedoch nicht begangen bzw. abgesucht werden konnten, da man aber keine Geräusche und Anzeichen vom Hund feststellen konnte wurde zunächst vermutet dass sich der Junghund im steilen unwegsamen Gelände verirrt hatte. Hier wurde das Gebiet mit dem Besitzer zusammen bis zum Gasthof Talblick abgesucht. Währenddessen hörten Angehörige ein leises Winseln aus der Felsspalte.

Nach erneuter Anfahrt und Begehung der Spalte (ca. 15:00) mittels Seil konnte dies bestätigt werden, jedoch konnte man die Entfernung nicht einschätzen bzw. den Junghund nicht sehen.

In weiterer Folge wurde ein befreundeter Bergrettungshundeführer der Ortsstelle Zell am Ziller sowie ein Bergführer mitsamt einer Rohrinspektionskamera angefordert um die unzugänglichen Kluften abzusuchen.

Nach Eingrenzung der Geräusche wurde die Kamera unter mehreren Versuchen in die Tiefe gelassen und man konnte den Junghund in einer Tiefe von 20 Meter in einer ca. 30cm breiten Spalte ausmachen. Durch die gute Auflösung des Kamerabildes konnte man schnell feststellen, dass Ida nur leicht verletzt war sich jedoch niemals selbst aus dieser Lage befreien hätte können.

Nach kurzer Lagebesprechung wurde ein Bergretter in die Felsspalte abgeseilt und suchte sich durch schmale Öffnungen einen Weg ins Innere der Felsöffnung.

Aufgrund von verkeilten Steinen und einer maximalen Arbeitsbreite von 30-40cm war ein Vordringen schwer möglich man konnte jedoch bis 5m oberhalb des Junghundes vordringen.

In weiterer Folge versuchte man mithilfe der Kamera und einer separaten Seilschlinge den Hund 4 Meter unterhalb zu fixieren und zu bergen. Da Ida nur mittels Kamera eingesehen werden konnte und der Arbeitsbereich zu schmal war wurde diese Methode nach einiger Zeit abgebrochen. Nach Rücksprache mit der Leitstelle wurde die Höhlenrettung Tirol nachalarmiert und rückte mit 3 Höhlenrettern/innen zum Unfallort an. In weiterer Folge wurden 2 Höhlenretter durch die Bergrettungsmannschaft gesichert und stiegen über einen Seitenkanal bis 4m oberhalb des Hundes ab. Da der Fels in diesem Bereich sehr eng war und man mit der Mannausrüstung nicht weiter absteigen konnte entschied sich eine Höhlenretterin ohne Sicherungsgerät durch die ca. 30cm enge Spalte weiter abzusteigen und konnte somit Ida erreichen und sichern. Mithilfe einer Bergetasche konnte Ida geborgen werden und wurde durch einen Höhlenretter bis zu einer schmalen Öffnung gesichert und anschließend durch die Bergrettung mittels Seil senkrecht nach oben geborgen werden. Ida wurde gleich untersucht man konnte aber keine schweren Verletzungen feststellen. Die 2 Höhlenretter stiegen ebenfalls durch diese schmalen Öffnungen auf und der Einsatz konnte um 00:40 erfolgreich beendet werden.

Im Einsatz standen: 1 Mann Bergrettung Kaltenbach, 2 Hundeführer der Bergrettung Kaltenbach und Zell am Ziller, 3 Mann/Frau der Höhlenrettung Tirol, 1 ziviler Bergführer sowie Angehörige von Ida.

Text: Zillertalfoto.at